In Gnas blühen die Straßen - 180 junge Menschen setzen ein Zeichen für aktive Mobilität und einen sicheren Schulweg
Gnas. Letzte Woche Donnerstag war es soweit. Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche, die seit 14 Jahren im September auf nachhaltige Mobilität in Städten und Gemeinden hinweist, wurde eine Riesen-Malaktion im Herzen von Gnas durchgeführt. Das gemeinsame Werk der Kinder aus neun Klassen der Volks- und Mittelschule Gnas lässt nun die Schulstraße, an der auch der Kindergarten liegt, auf bemerkenswerte Weise „erblühen“. Rund 150 Meter Fahrbahn der 30er-Zone wurden nach einem Konzept der künstlerischen Leitung, bestehend aus drei Lehrerinnen, von rund 180 Schülerinnen und Schülern zwischen neun und 14 Jahren gestaltet. Die Aktion soll die Straße entschleunigen und darauf hinweisen, dass dieser Weg von jungen und alten Menschen zu Fuß, sowie mit Rad, Kinderwagen, Rollator oder Roller benutzt wird. Stichwort: Die Straße ist Verkehrsraum für alle. Unter anderem wurde die Aktion zu einem Zeichen der guten Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen. Drei „Gnaser Bildungsherzen“, wie sie im Logo der Einrichtungen vorkommen, werden verbunden durch eine durchgehende Ranke. Die Blätter der Ranken zeigen Bilder von Fahrrädern, Skateboards, Bussen, alten und jungen Menschen, die zu Fuß gehen. Gesäumt ist das Straßenbild von zahlreichen bunten Blumen. „Je weniger Autos drüberfahren, desto länger bleibt die Bemalung erhalten“, betont Bürgermeister Gerhard Meixner, der die Aktion im Rahmen der Klima- und Energiemodellregion Gnas - St. Peter - Deutsch Goritz organisieren ließ. Die Schulstraße ist zu den Hol- und Bringzeiten stark befahren. „Seit wir die Elternhaltestelle beim Friedhof heuer besser beschildert haben, ist das Elterntaxi-Chaos zumindest vor der Mittelschule fast verschwunden“, erklären Mittelschuldirektor Georg Kaufmann und Kindergartenleiterin Bettina Kagerbauer überrascht und glücklich. Wir wünschen uns sichere Schulwege - denn eine einzige Gefahrenzone kann bedeuten, dass Kinder den Weg nicht mehr allein zurücklegen dürfen. Doch gilt: je mehr Kinder die letzten paar hundert Meter zu Fuß gehen, desto weniger Autos werden ihnen dort gefährlich. Zudem ist Bewegung gesund. Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, sind laut einer Studie der WHO wacher, konzentrierter und weniger aggressiv. Zudem haben sie Zeit für sich selbst und gegebenenfalls Zeit für soziale Interaktion. Für die meisten der Eltern- und Großelterngeneration war der Fußweg zum Bus oder zur Schule noch an der Tagesordnung. „Was wir da alles erlebt haben“, schwelgt auch Bürgermeister Meixner lächelnd in guten Erinnerungen. Stellen Sie das Auto ab: In der Schulstraße in Gnas gibt es nun sogar ein Kunstwerk zu bestaunen, das uns hoffentlich noch ein paar Monate erhalten bleibt.
Bericht von Isabella Schaberl | KEM Gnas - St. Peter - Deutsch Goritz